Patent des Monats April

  Chemische Formel Hyaluronsäure © wikipedia.org

Faltenfrei und beweglich mit dem Hyaluronsäurestabilisator

Alle wollen alt werden – aber niemand möchte so aussehen! Körperliche Fitness und ein jugendliches Erscheinungsbild bis ins hohe Alter sind ein Wunschtraum unserer Gesellschaft. Im Körper sorgt Hyaluronsäure (HA) für die Straffheit der Haut und geschmeidige Gelenke. Allerdings nimmt die Produktion von natürlicher HA mit dem Alter und durch Umwelteinflüsse oder Krankheiten ab.

Wissenschaftler der RWTH haben jetzt eine neue Methode entwickelt, die dem Abbau von natürlicher Hyaluronsäure mit Hilfe eines stabilisierenden Proteins entgegenwirkt. Die Patentanmeldung zu der brandneuen Technologie, die eine vielversprechende Alternative zur alleinigen Verabreichung von Hyaluronsäure darstellt, wurde im April 2020 unter dem Titel „Hyaluronsäurestabilisator“ (DE102018124022A1) veröffentlicht und ist damit unser Patent des Monats April!

Bereits seit den 1990er Jahren werden synthetische Hyaluronsäurepräparate verwendet, um Alterserscheinungen entgegenzuwirken. Solche Hyaluronsäurepräparate dienen als Wachstumsgrundlage im tissue engineering und werden zur Faltenreduktion in der ästhetischen Dermatologie oder als viskoelastisches „Schmiermittel“ in der Gelenkarthrose-Therapie eingesetzt. Dazu werden sie in der Regel auf die Haut aufgetragen oder injiziert. Beide Verabreichungsformen haben allerdings Nachteile. Bei Hautauftragung ist die Aufnahme durch die Hautbarriere eingeschränkt, die Effektivität der Wirksamkeit wird hinterfragt und es entstehen möglicherweise vermehrt entzündungsfördernde Spaltprodukte der Hyaluronsäure. Intradermale Injektionen erreichen die tieferen Hautschichten besser, bergen allerdings ein höheres Risiko von Nebenwirkungen wie Infektionen.

Die neue Technologie, die von Prof. Dr. med. Jens Malte Baron, stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie des Universitätsklinikums Aachen, zusammen mit Herrn Dr. rer. nat. Sebastian Huth entwickelt wurde, zeigt einen vollständig neuen Weg für den Ausgleich des Hyaluronsäureverlustes der Haut auf. Die Wissenschaftler fanden in der Haut ein körpereigenes Protein, welches auf natürliche Art und Weise an die Hyaluronsäure bindet und diese durch Vernetzung stabilisiert. Dieses Protein, auch als „Natural Hyaluronic Acid Stabilizing Protein (NHASP) bezeichnet, verstärkt die biologische Wirkung der natürlichen Hyaluronsäure und verringert ihren altersbedingten Abbau und damit auch die Entstehung von entzündungsfördernden Spaltprodukten. Die bisherigen Resultate in Hautmodellen können sich sehen lassen: durch Stabilisierungseffekte und ein verringertes Risiko von Immunreaktionen wurde ein neuer Behandlungsansatz gefunden, der das Potential hat, die Anwendung viel effektiver zu machen.

Um die Innovation auf den Markt zu bringen, suchen die Forscher nun einen starken Partner für die Entwicklung eines NHASP-haltigen Gels zur kosmetischen Anwendung. Erste Untersuchungen im Labor haben nicht nur die Wirkung des Proteins belegt, sondern konnten auch experimentell eine unbedenkliche Anwendung am Menschen, die für eine Zulassung für kommende klinische Studien wichtig ist, nachweisen. Das Technologieangebot zum „Hyaluronsäurestabilisator“ sowie weitere Verwertungsangebote für RWTH-Technologien finden sich auf der Homepage der RWTH Innovation GmbH.

Das Patent- und Normenzentrum wünscht dabei viel Erfolg und freut sich bereits darauf, das neue Produkt eines Tages anzuwenden!

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Quellen

Patentschrift DE102018124022A1

Patentschrift DE102018124022A1 (in Espacenet)

Technologieangebot Hyaluronsäurestabilisator

RWTH Innovation GmbH