Patent des Monats Februar

  Briefmarke Rudolf Diesel © wikimedia.org

Der Dieselmotor wird 130 Jahre alt!

Als langlebig und preiswert gefeiert, erfreut sich der robuste Dieselmotor trotz Feinstaubproblematik im innerstädtischen Verkehr immer noch großer Beliebtheit. Am 23. Februar 1893 erhielt der deutsche Ingenieur Rudolf Diesel (1858-1913) das Patent auf den bis heute wirtschaftlichsten Verbrennungsmotor. Mit seinem hohen Wirkungsgrad holt er mehr Energie aus dem Kraftstoff heraus als jeder andere Motor. Die Zukunft der Verbrennungsmotoren ist angesichts der Klimakrise ungewiss. Sicher ist, dass Rudolf Diesel vor 130 Jahren eine bahnbrechende Erfindung gelang, auch wenn sie ihm persönlich wenig Glück brachte. Wir würdigen den großen Erfindergeist und ernennen die erste Patentierung des Dieselmotors (DE000000067207A), die zwar nicht das heutige Prinzip des Motors aber Diesels Ausgangsidee beschreibt, zu unserem Patent des Monats Februar!

Rudolf Diesel, 1858 in Paris geboren, beschäftigte sich bereits als hochbegabter Schüler und Absolvent der Königlich Bayerischen Technischen Hochschule München mit der Umwandlung von Wärme in mechanische Energie bzw. Arbeit. Sein Ziel war es, eine „ideale“ Wärmekraftmaschine mit höherem Wirkungsgrad nach Theorien des französischen Physikers Sadi Carnot zu entwickeln. Durch immer stärkere Verdichtung der Luft in einem Hubkolbenmotor stößt er auf das Prinzip der Selbstzündung. Damit erübrigt sich eine elektrische Zündung, wie sie beim Benzin- oder Ottomotor benötigt wird. 1892 meldet Diesel seine Erfindung unter dem Titel „Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungskraftmaschinen“ in Deutschland zum Patent an. Allerdings erkannte er im Sommer 1893, dass seine ursprüngliche Theorie fehlerhaft war, so dass er 1893 eine weitere Patentanmeldung für die korrigierte Theorie einreicht. Zu diesem Zeitpunkt existiert jedoch weder eine Konstruktionszeichnung noch ein Prototyp. Für einen funktionierenden Dieselmotor waren noch weitere Entwicklungen nötig.

Dazu wendete sich der Erfinder nach der Erteilung des Patents an mögliche Hersteller und findet in der Maschinenfabrik Augsburg - heute MAN – einen Sponsor, der ihm ermöglichte, seinen Motor zu bauen. Vier weitere Jahre dauerte es noch, bis 1897 der erste Dieselmotor endlich zum Laufen gebracht werden konnte, damals noch angetrieben mit einfachem Lampenpetroleum. Ein Jahr später wird die Dieselmotorenfabrik Augsburg gegründet. Von da an beginnt „der Diesel“ seinen Siegeszug: im Kraftfahrzeug- und Schiffsverkehr, in der Schwerindustrie sowie in Maschinen unterschiedlichster Art kommt der Motor zum Einsatz. Grund dafür ist vor allem sein bis heute unschlagbarer Wirkungsgrad um die 26 Prozent, damals ein Rekord. Bis heute verwertet kein anderer Motor-Typ Brennstoff so gut wie der Dieselmotor!

Im Jahre 1900 wird Diesels Motor auf der Weltausstellung 1900 in Paris mit dem "Grand Prix" ausgezeichnet. 1903 gehört Rudolf Diesel zu den Mitbegründern des Deutschen Museums in München. Jedoch ist der erfolgreiche Erfinder -wie so oft- kein Geschäftsmann. Der Bau einer teuren Villa, Spekulationsgeschäfte und Patentstreitigkeiten bringen ihn in Schwierigkeiten. 1898 erleidet er aufgrund chronischer Erschöpfung einen Nervenzusammenbruch, verbringt sogar einige Zeit in der Heilanstalt Neuwittelsbach bei München. Erst 1908 nach Ablauf der Patentfristen kann Diesel die Weiterentwicklung seines Motors fortsetzen.

Den weltweiten Durchbruch seines Motors erlebt er dann leider nicht mehr. 1913 tritt Diesel mit Geschäftsfreunden eine Schiffsreise nach England an. Bei der Ankunft in Harwich ist er jedoch nicht mehr an Bord, seine Kabine wird leer aufgefunden, das Bett unbenutzt. Zwei Wochen später findet man seine Leiche im Meer. Bis heute bleibt sein Ableben mysteriös, die genauen Todesumstände wurden nie geklärt. Briefe lassen Selbstmord vermuten, Gewissheiten gibt es nicht.

Mit seiner Erfindung hat Rudolf Diesel eine bis heute unübertroffen effiziente Verbrennungskraftmaschine und damit die Grundlage für die Entwicklung von Dieselfahrzeugen geschaffen. Der Dieselmotor hat sich zu einem wichtigen Bestandteil der Transportindustrie entwickelt, wobei moderne Dieselmotoren einen Wirkungsgrad von etwa fünfzig Prozent erreichen und damit immer noch deutlich effizienter sind, als Benziner - so, wie Rudolf Diesel es sich vorgestellt hatte.

Das Patent- und Normenzentrum wünscht Ihren Ideen einen antriebsstarken Motor!

„Von der Idee zum Produkt“ – Wir bieten maßgeschneiderte Dienstleistungen zum Schutz des geistigen Eigentums für Forschung, KMU, Handwerk & Gründungen. Alle Dienste sind virtuell verfügbar!

 

Quellen:

Kalenderblatt 23. Februar 2023

Wikipedia: Rudolf Diesel

ardalpha: Ein Motor mit explosiver Kraft

wissen.de: Rudolf Diesel

Patentschrift DE000000067207A