Bibliometrie

 

Bibliometrie ist die quantitative Analyse wissenschaftlicher Publikationen mit statistischen Mitteln und ermöglicht eine Analyse der eigenen Publikationsleistung.

Unser Service für Sie

Wir beraten und unterstützen Sie, wenn Sie Bibliometrie als Analyse-Instrument einsetzen möchten und bieten Ihnen passgenau auf Ihre Fragestellung zugeschnittene Auswertungen. Diese können für einzelne Personen, Forschergruppen, Institute oder Fakultäten durchgeführt werden. Folgende Fragen lassen sich beispielsweise beantworten:

  • Wie entwickelte sich die Publikationsleistung in den letzten Jahren?
  • Welche Zeitschriften, Tagungen und Bücher spielen als Publikationsorte eine besondere Rolle?
  • Welche Publikationen wurden wie oft zitiert?
  • Wie hoch ist der Anteil an Peer Review-Publikationen?
  • Wie hoch ist der Anteil an Open Access-Publikationen?

Darüber hinaus können weitere, verschiedene Indikatoren erhoben und Ranglisten gebildet werden. Diese definieren wir gemeinsam mit Ihnen.

Bibliometrie in der Forschungsevaluation

Ursprünglich wurde Bibliometrie entwickelt, um das Wiederauffinden von Literatur in Datenbanken zu verbessern und einzelne Disziplinen in ihrer Struktur und Entwicklung zu beobachten.

Ziele der Bibliometrie sind unter anderem:

  • Disziplinen beobachten
  • Neue Subdisziplinen identifizieren
  • Interdisziplinäre Aktivitäten identifizieren

Bibliometrie wird zunehmend zur Evaluation von Forschungsleistung eingesetzt. Dahinter steht der Wunsch, wissenschaftliche Leistung möglichst objektiv zu beurteilen. Mögliche Indikatoren sind vielfältig und sollten stets individuell und unter Berücksichtigung der angestrebten Ziele bestimmt werden.

 

Grenzen der Bibliometrie

Aussagekraft

Die  Aussagekraft der Bibliometrie ist beschränkt. Die Komplexität wissenschaftlicher Leistung und insbesondere ihre Qualität kann durch Zahlen schwerlich ausgedrückt werden. Aus diesem Grunde müssen bei einer bibliometrischen Auswertung mehrere Indikatoren berücksichtigt werden. Im Idealfall werden diese fachspezifisch und im Einvernehmen mit den Wissenschaftlern festgelegt.

Beispiel: Anzahl Publikationen

Die Anzahl an Publikationen (Output) bietet einen schnellen Überblick über die Produktivität einer Person oder Einrichtung. Jedoch kann sie keine Aussage über die Qualität der Forschungsleistung machen. Wer viel publiziert, publiziert nicht zwangsläufig ausschließlich gute Arbeiten. Die Qualität einer Arbeit zeigt sich in ihrem "Gewicht", also in ihrem Informationsgehalt und ihrer Bedeutung für das jeweilige Fach. Dies kann weder durch Zahlen noch durch die Höhe des Journal Impact Factors abgebildet werden.

Datenbasis

Die Aussagekraft und Sinnhaftigkeit einer bibliometrischen Auswertung hängt stark von der Qualität und Ausrichtung der Datenbasis ab.
Ein Beispiel macht dies besonders deutlich:
Stephen Hawking erreicht in der Datenbank Web of Science einen H-Index von 59, in Google Scholar 76, in Scopus jedoch 19.

Zurzeit gibt es keine 'Allround-Datenbank', die stets verwendet werden könnte. Aus diesem Grunde ist es ratsam, vor jeder Auswertung gemeinsam mit den Wissenschaftlern eine geeignete Datenbank auszuwählen.

Interdisziplinäre Vergleiche

Bibliometrische Indikatoren werden häufig für interdisziplinäre Vergleiche eingesetzt. Aufgrund der stark differierenden Publikationskulturen ist davon abzuraten. Vielmehr sollte es Ziel sein, die Indikatoren an die jeweiligen Fachspezifika anzupassen.

Negative Auswirkungen

In den letzten Jahren ist vermehrt "strategisches Publikationsverhalten" und eine "bibliometrische Optimierung" zu beobachten. Zitatkartelle, Salami-Taktik ('scheibchenweises' Veröffentlichen neuer Erkenntnisse) und andere Manipulationen sind keine Einzelfälle mehr.
Wie weit diese Entwicklungen bereits fortgeschritten sind, zeigen neue Regelungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Sie gelten seit 2010 für Förderanträge und Abschlussberichte und sollen die Publikationsflut und den Druck, der auf den Wissenschaftlern lastet, mindern. Dazu DFG-Präsident Matthias Kleiner (Februar 2010):

"Ob bei der leistungsorientierten Mittelvergabe, bei Habilitationen und Berufungen und auch bei den Bewertungen von Förderanträgen – überall haben numerische Indikatoren wie der Hirsch-Faktor oder der Impact-Faktor immer mehr Gewicht bekommen. Oft lautet die erste Frage eben nicht mehr, was jemand erforscht hat, sondern wo und wie viel er publiziert hat. Das übt einen außerordentlich starken Druck auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, möglichst viel zu publizieren. Und es verleitet immer wieder zu Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, in denen falsche Angaben zum Stand einer Veröffentlichung gemacht werden. Das alles schadet der Wissenschaft."