Patent des Monats Dezember

01.12.2016
  liegendes Baby in Windeln

Die Wegwerfwindel

Das Patent zur Wegwerfwindel als Patent des Monats in der Vorweihnachtszeit? Wie kommen wir nur auf diese Idee? Nun, Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus, der im Stall von Bethlehem in Stofftücher gewickelt wurde. Da haben es heutige Eltern schon leichter. Das brachte uns auf die Frage, wer eigentlich zuerst den Einfall mit den Wegwerfwindeln hatte. Es war die US-Amerikanerin Marion Donovan, deren Idee zur ersten Wegwerfwindel am 12. Juni 1951 unter dem Titel „Diaper Wrap“ (US2556800) patentiert wurde – und damit unser Patent des Monats ist!

Um das Wickeln ihrer Kinder zu erleichtern, ersann Marion Donovan den Vorläufer der Einwegwindel. Aus einem Duschvorhang nähte sie eine wasserdichte Windelhose, die über den Stoffwindeln getragen wurden und anders als die damals üblichen Gummihosen keine Windeldermatosen erzeugten. In der weiteren Entwicklung nähte sie in diese Überhosen einen Beutel ein, in den eine Windeleinlage gesteckt wurde. Diese Einlage saugte alles auf, kam aber nicht mit der Babyhaut in Kontakt und verursachte so keine Hautirritationen. Zum Verschließen der Windel verwendete Donovan anstelle der allgemein üblichen Sicherheitsnadeln Druckknöpfe, die viel sicherer waren und ebenfalls keine Druckstellen auf der Haut hinterließen. In der Endversion hatte sie mit Fallschirmstoff eine Möglichkeit gefunden, sowohl Luft an Babys Po zu lassen als auch die Feuchtigkeit in der Windel zu speichern. Sie nannte ihre Überhosen „Boaters“, weil sie Babys halfen, sich „über Wasser zu halten“. Diese Erfindung meldete Marion Donovan zum Patent an.

Auch wenn sich die „Boaters“ in New York gut verkauften, erfolgreich verwerten konnte Marion Donovan ihre Erfindung nicht. Sie arbeitete weiter an einer Wegwerfwindel aus Papier und bot diese mehreren Papierfabriken in den USA an, wurde dafür aber nur belächelt.

Erst zehn Jahre später griff Victor Mills, der als Chemieingenieur bei Procter und Gamble tätig war, ihre Idee wieder auf, entwickelte die erste Einwegwindel aus Papier und verdiente damit ein Vermögen. Im Frühjahr 1961 kam die Einwegwindel unter dem Markennamen Pampers in den USA auf den Markt, der längst zum Synonym für die gesamte Produktgattung der Einwegwindel geworden ist. 1973 folgte die Markteinführung in Deutschland und hat auch hier durchschlagenden Erfolg. Bis heute ist die wegwerfbare Windelhose kontinuierlich weiter entwickelt worden. Allein für 2016 finden wir 499 erteilte und anhängige Patentfamilien zum Thema Wegwerfwindeln in der Datenbank Orbit – also immer noch ein gutes Geschäft!

Das PNZ wünscht Ihnen frohe und besinnliche Weihnachtstage und im neuen Jahr viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Ideen!

„Von der Idee bis zum Produkt“ – Praxisnahe Dienstleistungen für Wissenschaftler, Unternehmer, Handwerker, Gründer und freie Erfinder bietet Ihnen Ihr Patent- und Normenzentrum Aachen!

Unsere Quellen:

Patentanmeldung US2556800

http://blog.s-ketterer.de/fallschirmstoff-gegen-wunde-babyhintern/

Zeitungsartikel Pampers - Die Revolution der Babypflege

Weiterführende Informationen zu Marion Donovan:

http://www.women-inventors.com/Marion-Donovan.asp

https://de.wikipedia.org/wiki/Marion_Donovan

Bild: pixabay