Patent des Monats Oktober

04/10/2016
  Strom

Mini-Kraftwerk für die Hosentasche

Wir hängen am Draht. Im modernen Alltag brauchen Smartphone- und Tablet-Nutzer Steckdosen in Reichweite, da die stark stromverbrauchenden Geräte ständig aufgeladen werden müssen. Mit unserem Patent des Monats Oktober DE10343034A1 scheint nun der Traum zur mobilen, autonomen und emissionsarmen Stromversorgung wahr zu werden!

Der Werkstoffwissenschaftler Dr. Sascha Kühn hat ein neuartiges USB-Ladegerät für elektronische Kleingeräte auf Grundlage der Brennstoffzellentechnologie entwickelt.

Die Miniatur-Brennstoffzelle passt in jede Hosentasche und wird mit kostengünstigem Feuerzeuggas betrieben, das darüber hinaus flächendeckend erhältlich ist. Damit ist das Ladegerät auch für Gegenden ohne ausgebaute Infrastruktur geeignet.

Bei dieser Entwicklung wurden bisherige Brennstoffzellenarten optimiert und in kleinerer Bauweise zu höherer Effizienz kombiniert. Das Feuerzeuggas wird beim Aufladen direkt in elektrische Energie umgewandelt und garantiert so ortsunabhängige Stromlieferung. Mit einer Füllung kann ein typisches Smartphone 22mal aufgeladen werden. Unkompliziertes Nachfüllen und ein Gewicht von ca. 200 Gramm empfehlen das Gerät für Camping und andere Outdoor-Aktivitäten. Das Ladegerät darf im Handgepäck transportiert werden. Die 2008 gegründete Dresdner Startup-Firma eZelleron GmbH produziert das Gerät unter dem Namen Kraftwerk ® und stellt es Hilfsorganisationen für den Einsatz in Katastrophengebieten zur Verfügung.

Kraftwerk ® ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass patentgeschützte Erfindungen oft langwierige Wege bis zum marktfähigen Produkt zurücklegen müssen. Interessant war hier auch die moderne Finanzierung über Crowdfunding.

Das innovative Verfahren entstand im Rahmen der Doktorarbeit des Erfinders und bildet die Grundlage zur Herstellung der brennstoffzellen-betriebenen mobilen Ladegeräte. Die Idee wurde bereits 2003 zum Patent angemeldet. 2004 schlossen die Anmelder mit einer Firma einen Lizenzvertrag zur Weiterentwicklung und Produktion ab, die 2007 jedoch in Insolvenz geriet.

Sascha Kühn glaubte weiter an das innovative Potential und suchte deutschlandweit nach neuen Fördermöglichkeiten für eine technologieorientierte Gründung. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammelte er Startkapital, um das Mini-Kraftwerk zur Serienreife zu bringen und zum Aufbau einer Fertigungslinie. Die Kampagne wurde weltweit unterstützt. eZelleron konnte in 60 Tagen 1,38 Millionen Euro von über 11.000 Geldgebern einwerben. Der Erfolg hat ihm Recht gegeben: Das Miniatur-Kraftwerk wurde vielfach prämiert (z.B. Design-Preis im Wettbewerb „German Design Award 2016“des Rates für Formgebung). Um den Eintritt in den US-Markt zu forcieren, wurde Kraftwerk ® auch über das German Accelerator-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums für Existenzgründungen aus der Wissenschaft gefördert.

Das PNZ wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Ideen und: Bleiben Sie hartnäckig!

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