Patent des Monats Mai

02.05.2016
  Rechenmaschine Zuse Z3 Urheberrecht: Deutsches Museum

Vor 75 Jahren stellte Zuse mit der Z3 den ersten voll funktionsfähigen Computer der Welt vor

Unser Patent des Monats Mai DE000Z0000391MAZ (Rechenvorrichtung) würdigt den ErfinderKonrad Zuse. Er erarbeitete die Grundlagen der Informationstechnik, ohne die unsere heutige digitale Welt nicht denkbar wäre. Am 12. Mai 1941 stellte Zuse die von ihm gebaute Rechenmaschine Z3 vor: ein vollautomatischer, in binärer Gleitkommarechnung arbeitender Rechner mit Speicher und einer Zentralrecheneinheit aus Telefonrelais. Diese Rechenmaschine wird als erster funktionsfähiger Computer der Welt angesehen.

Konrad Zuse war ein Individualist und Allrounder. Er studierte verschiedene technische Disziplinen. Die monotone Arbeit seiner ersten Anstellung (er musste zeitaufwändige statische Berechnungen durchführen) war für Zuse der Ansporn, eine mechanische Rechenmaschine, die programmierbare Abläufe automatisch abarbeitet, zu konstruieren. Das Ergebnis mehrjähriger Arbeit lieferte das Fundament der heutigen Rechentechnik: die Verwendung binärer Zahlen, die bis heute gebräuchliche Normierung eines computergerechten Gleitkommazahlenformats (IEEE-754) sowie Hardwarekomponenten für die Datenverarbeitung.

1935 entstand das erste Vorläufermodell Z1. Die Folgemodelle Z2 und Z3 wurden bereits durch elektromechanische Relaistechnik gesteuert.

Ausgerechnet mit seiner wichtigsten Anmeldung DE000Z0000391MAZ aus dem Jahr 1941, mit der die Z3 beschrieben wurde, scheiterte Zuse beim Patentschutz. Gegen die Patentanmeldung wurde von verschiedenen Seiten (unter anderem von der Firma IBM) Einspruch erhoben, es folgten langjährige Prozesse. 1967 beschied das Bundespatentgericht der Anmeldung „mangelnde Erfindungshöhe“ und damit Nichtpatentierbarkeit. Den Status „anerkannter Stand der Technik“ im Sinne des Patentwesens hat die Z3 nie erhalten.

Dem Pionierstatus von Konrad Zuse konnte das nichts anhaben. Die Z-Rechner stehen als Meilensteine der Technik in bekannten Museen. Er wurde vielfach für seine Leistungen geehrt, hatte unter anderem acht Ehrendoktortitel und zwei Ehrenprofessuren inne, Straßen, Rechenzentren, Berufsschulen und Universitätseinrichtungen sind nach ihm benannt.

Weitere Infos zu Konrad Zuse.

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